Für die Unabhängigkeit

Das landete vor kurzem als Leserzuschrift an den Kölner Stadt-Anzeiger in meinem Postfach.

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich den Artikel „Tabuthema Endometriose“ vom 26.09.2017 für ziemlich problematisch halte. Der Grund ist, dass dieser angeblich redaktionelle Artikel im Prinzip die wochenlange Anzeige zum Thema ersetzt. Auch weil diese Anzeige just in diesen Tagen nicht mehr online ist, habe ich Zweifel daran, dass es sich hierbei um einen Zufall handelt. Zudem weist für mich auch die ausgeschaltete Kommentarfunktion darauf hin, dass hier kritische Kommentare nicht erwünscht sind. Eine Zeitung, die viel Aufwand betreibt um ihre eigene Glaubwürdigkeit zu bekräftigen, dürfte hier mehr Fingerspitzengefühl zeigen.

Mit freundlichem Gruß,

XXXX

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Euros für Ärzte II

Correctiv wertet erneut Zahlungen von Pharmakonzernen aus. 562 Millionen Euro waren es in diesem Jahr. Vor einem Jahr hatte mir ein Arzt der Kölner Uni-Klinik berichtet, was das in der Praxis heißt. In der Stadtrevue erschien mein Artikel dazu. Er hat auch in diesem Jahr zugestimmt, Zahlungen, die er angenommen hat, zu veröffentlichen. Das ist nämlich notwendig. Schwierig ist, dass damit die Ärzte in der Kritik stehen, die aktiv mehr Transparenz herstellen. Mehr dazu in meinem Beitrag aus 2016 „Mit Risiken und Nebenwirkungen“. In diesem Jahr hat die Uniklinik selbst einen Millionenbetrag angenommen.

Nachhalten statt Verscheuern

Wien, das Rote Wien, wird oft als Vergleich herangezogen, wenn die Probleme der großen deutschen Städte beklagt werden. Ein großer Anteil von Sozialwohnungen, erschwingliche Mieten und wenig Eigentumswohngen – für Mieter ein Paradies, wenn all das stimmt, was man über Wien sagt. Dass das nicht unbedingt der Fall ist, schrieb schon vor ein paar Monaten Justin Kadi im Blog Urbanizm, mit einer gehörigen Portion Spott für die deutschen Medien und Verweis auf die Marketingbemühungen der Wiener Stadtverwaltung. Weiterlesen

Falsche Wohnungen, Umzugsketten und Investitionshemmnisse

Während ich zum Kölner Wohnungsmarkt recherchiere, verschärfen Kölner Politiker die Vorgaben für Immobilienunternehmen, Projektentwickler und Grundstückseigentümer. Der Rat hat schließlich gestern (Donnerstag, 18. Mai) das Vorkaufsrecht für die Stadt bei Grundstücksverkäufen wieder eingeführt. Sieben Mitarbeiter prüfen künftig alle Grundstücksverkäufe, bevor sie ins Grundbuch eingetragen werden. Die Stadt berechnet dafür knapp 90 Euro Gebühren.
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Mehr bauen = günstigere Wohnungen?

Quaestio, ein Beratungsunternehmen aus Bonn, identifiziert die hohen Grundstückspreise als Hauptgrund für teure Kaufpreise und Mieten in Großstädten: „Trend in deutschen Großstädten: Wenige Baugrundstücke, wenige günstige Wohnungen“ – SPIEGEL ONLINE http://spon.de/aeXVG

Wer profitiert vom Bauboom in Köln?

Mit einem Exposé mit dieser – zugegeben: zugespitzten – Frage als Überschrift habe ich mich bei der Otto-Brenner-Stiftung beworben. Sie finanziert mir nun ein paar Monate, die ich teilweise mit der Recherche zu den Entwicklungen auf dem Kölner Wohnungsmarkt verbringen kann – für einen freien Journalisten ein unfassbarer Luxus. Das Interesse am Thema Wohnungsmarkt ist riesig – das habe ich durch die Resonanz auf mein Vorhaben bereits zu spüren bekommen. Daraus nun greifbare Texte und Beschreibungen werden zu lassen, ist eine tolle Aufgabe für die nächsten Monate. Die Recherche will ich so gestalten, dass sie von außen verfolgt werden kann. Ein Blick auf diese Seite und meine Profile bei Twitter und Facebook lohnen sich für Interessierte deshalb in der kommenden Zeit.

Der Einfluss von Pharmafirmen

In der neuen Stadtrevue, ab heute am Kiosk: Mein Stück über die Kölner Uni-Klinik, Pharmaunternehmen und ihre Zahlungen an Ärzte. Einer der Ärzte hat mir seine Sicht erläutert, weitere Gespräche und die Diskussion innerhalb der deutschen Ärzteschaft haben das Bild einer wenig transparenten Gemengelage gezeichnet. Herausgekommen ist eine spannende Geschichte über die Realität an der Uni-Klinik, über abhängige Forschung, lukrative Nebentätigkeiten, von Konzernen finanzierte Fortbildung, Sponsoring, Werbung, Einladungen. Schon im Studium zielen die Konzerne auf die künftigen Ärzte, die später kaum eine Chance haben, eine Zusammenarbeit zu vermeiden. Trotzdem ist mehr Distanz und viel mehr Transparenz möglich. Recherchiert mit Hilfe der Datenbank „Euros für Ärzte“ von correctiv.org.

Die Severinstraße und das Internet

Junge Existenzgründer vertreten die Interessen der Händler und katapultieren sie ins digitale Zeitalter.

 

Auch Kleinvieh macht Wörter

Zuletzt von mir erschienen: Warum der Kreisverkehr am Eifelplatz umgebaut wird (Fahrradfahrer: lesen!), warum der Stadtteil Zollstock tatsächlich sehenswert ist (Indianer: lesen!), wie es um die Kölner Spielplätze bestellt ist (Mütter und Väter: lesen!), wie die Kölner Hebammen auf die riesige Nachfrage reagieren (Schwangere ohne Wochenbettbetreuung: lesen!) und welche Bäume als erstes für den nächsten Abschnitt der Nord-Süd-Stadtbahn gefällt wurden (Baumschützer: lesen!).

„Trivialkonstruktivist“

Absolut lesenswert nimmt Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen den notorischen Journalismus-Fälscher Tom Kummer auseinander, der in dieser post-ironischen Gegenwart nichts, aber auch wirklich gar nichts zu suchen hat. Mit der Charakterisierung „Trivialkonstruktivist“ entlarvt Pörksen nicht nur die pseudo-philosophische Selbst-Verbrämung Kummers. Er schafft gleichzeitig mein neues Lieblingsschimpfwort.